Diagnose psychischer Erkrankungen
was ist eine Diagnose?
Der Begriff “Diagnose” stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie “Erkenntnis” oder “Unterscheidung”. Und genau darum geht es: die bei einem Betroffenen auftretenden Symptome zu klassifizieren und somit bestimmten Krankheitsbildern zuordnen zu können, um anschließend die passende Behandlungsmethode zu wählen. Auch Rückschlüsse auf die wahrscheinlichen Ursachen einer Erkrankung werden hierdurch ermöglicht.
Gerade bei Traumafolgen treten übrigens häufig mehrere Symptome bzw. Komorbitäten und demzufolge auch mehrere Diagnosen auf (zum Beispiel Dissoziationen, Medikamentenabhängigkeit und Depressionen).
wer stellt eine Diagnose?
Grundsätzlich darf jeder approbierte (zugelassene) Mediziner oder Psychotherapeut eine Diagnose stellen. Allerdings verfügt ein Allgemeinmediziner naturgemäß meist nicht über allzu viel Fachwissen auf dem Gebiet der psychischen Störungen, sodass es ratsam ist, die Behandlung und Diagnostik einem Psychiater oder Psychologen zu überlassen.
Im Internet finden sich diverse Selbsttests im Stil von “Habe ich eine Essstörung?” oder “Habe ich Borderline?”, bei denen man eine Reihe von Fragen durch Klicken beantwortet. Von diesen Selbsttests ist dringend abzuraten! Durch Faktoren wie vorgegebene Antworten, Suggestivfragen etc. erhalten selbst gesunde Menschen schnell ein beängstigendes Testresultat, was oftmals nur noch mehr belastet. Auch in Selbsthilfeforen können und dürfen keine Diagnosen gestellt werden! Eine Diagnose kann und darf nur von einem Fachmenschen nach einer gründlichen Untersuchung gestellt werden.
wie wird eine Diagnose gestellt?
Um herauszufinden, welche Diagnose(n) bei einem betroffenen Menschen vorliegen, kommen verschiedene Methodiken zum Einsatz. Zunächst muss abgeklärt werden, ob die Symptome tatsächlich psychisch bedingt sind und nicht etwa auf eine körperliche Erkrankung zurückgehen. Darüber hinaus existieren verschiedene standardisierte Fragebögen, die in Form eines Interviews zwischen Therapeut und Patient durchgegangen werden und dem Therapeuten helfen, das Erleben des Betroffenen besser einzuschätzen. Nicht zuletzt ist natürlich auch das “normale” Therapiegespräch wichtig, in dem der/die Betroffene über die Problematiken spricht.
Alles in allem nimmt eine professionelle, umfangreiche Diagnostik einen gewissen Zeitraum in Anspruch. Eine Diagnose sollte niemals zwischen Tür und Angel gestellt werden, und wer bereits die erste Therapiestunde mit einer Diagnose verlässt, der darf ruhig skeptisch gegenüber der Professionalität des Therapeuten und dem tatsächlichen Zutreffen der Diagnose sein.
wie sieht eine Diagnose aus?
Psychische Erkrankungen werden, wie alle anderen Krankheiten auch, anhand der ICD-10 klassifiziert, der International Classification of Diseases. Diese ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geregelt und widmet psychischen Störungen ein eigenes Kapitel (in den USA kommt das DSM-IV zum Einsatz, das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders).
Zusätzlich zu ihrem “normalen” Namen werden Diagnosen durch einen sogenannten Diagnoseschlüssel ausgedrückt. Dieser Diagnoseschlüssel setzt sich aus einem Buchstaben und einer Zahlenkombination zusammen – bei psychischen Erkrankungen wird ein F für das Kapitel “Psychische und Verhaltensstörungen” vorangestellt. So steht F 60.31 beispielsweise für die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus.
Ein “G” hinter dem Diagnoseschlüssel bedeutet “gesichert”, die Diagnose steht also fest, während ein “V” für “Verdachtsdiagnose” steht.
Eine Übersicht über die Diagnoseschlüssel des ICD-10, wo man auch nachschlagen kann, was die Abkürzungen bedeuten – die man beispielsweise auf dem Überweisungsschein sieht - findet ihr hier.
Kritik an Diagnosen
Letzlich stellt sich die Frage: wofür sind Diagnosen überhaupt wichtig? – In erster Linie werden Diagnosen benötigt, um die richtige Behandlungsmethode wählen und dem Betroffenen somit optimal helfen zu können. Auch die Krankenkassen wollen natürlich eine Diagnose sehen, um eine Behandlung zu finanzieren. Für psychische Erkrankungen gilt da nichts Anderes als für körperliche Krankheiten.
Es gibt den Vorwurf, Diagnosen seien nur dazu da, Individuen in Schubladen zu pressen. Ich persönlich denke, dass es an einem selbst liegt, wie man mit einer Diagnose umgeht. Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob man beispielsweise sagt “Ich bin Borderliner” oder “Ich habe eine Borderline-Störung”. Denn über eine Diagnose identifizieren sollte man sich definitiv nicht, wenn man an sich und seinen Problemen arbeiten möchte.
25.11.: Tag gegen Gewalt an Frauen
Auch 2010 gibt es wieder zahlreiche Aktionen, die die Allgemeinheit auf Missstände aufmerksam machen sowie Betroffenen Mut machen wollen, sich Hilfe zu holen.
Für viele Städte sind Veranstaltungen und Infostände angekündigt, so zum Beispiel nachmittags in der Kölner Schildergasse. In Osnabrück werden von den Beratungs- und Interventionsstellen in Kooperation mit der Polizei Trillerpfeifen verteilt, denen Kärtchen mit Telefonnummern von lokalen Hilfs- und Beratungsstellen beiliegen. Auch in Hessen wird versucht, Betroffene zu erreichen, indem die hessischen Bäcker ihre Brötchen in Tüten mit der Aufschrift “Gewalt kommt mir nicht in die Tüte!” verkaufen werden, auf deren Rückseite die Nummern von Ansprechpartnern in der Region aufgeführt sind.
In vielen Städten wird außerdem die blaue Fahne der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes wehen.
ein Jahr Traumazone
Seitdem ist das Forum fleißig gewachsen, und so dürfen wir heute auf 200 aktive User und rund 16.000 Beiträge in ca. 1000 Threads blicken.
Als Geburtstagsgeschenk haben wir uns diese Infoplattform überlegt: hier findet ihr ab sofort die Infotexte und Selbsthilfetipps aus dem ehemaligen Wiki, die Buchvorstellungen sowie aktuelle Hinweise. Außerdem ist es euch nun auch möglich, Kommentare dazu zu verfassen.
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Ein Danke an alle User und auf viele weitere Jahre Traumazone!
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