Tresortechnik

Die Tresorübung kann dir bei Flashbacks oder belastenden Gedanken helfen. Ziel ist es, diese triggernden Inhalte “wegzupacken”, damit du für den Moment deine Ruhe davor hast und sie dann erst beizeiten – etwa in der Therapiestunde – gezielt hervorholen und bearbeiten kannst.

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Voraussetzung: Üben

Wie alle Techniken dieser Art braucht auch die Tresortechnik etwas Übung, damit sie funktioniert. Das bedeutet, dass du nicht gleich versuchen solltest, etwas Belastendes damit in Griff zu bekommen, sondern erst einmal mit “Trockenübungen” anfängst: stell dir irgend etwas Harmloses vor, das du dann versuchst, in den Tresor zu packen. Wenn das klappt, bist du gewappnet für Flashbacks & Co.

das Aussehen des Tresors

Zuerst stellst du dir ganz genau vor, wie der Tresor aussehen soll. Je genauer du dir die Details vor Augen führst, umso realistischer wird dir der Tresor vorkommen und daher kannst du umso besser damit arbeiten. Lass dir also ruhig Zeit für die Ausgestaltung deines Tresors.

  • Wie groß soll der Tresor sein?
  • Ist er eingelassen in irgendeine Wand, oder handelt es sich um so ein kleineres Ding, das irgendwo (wo?) herumsteht? Vielleicht sieht er auch aus wie eine Truhe?
  • Musst du dich hinknien, um etwas hineinzutun/herauszunehmen, oder stehst du dabei?
  • Welche Farbe hat er außen, aus welchem Material ist er? Wie fühlt es sich an, wenn du deine Hände auf den Tresor legst? Warm/kalt? Besitzt er eine rauhe Oberfläche oder eine glatte?
  • Das Schloss ist natürlich auch wichtig. Soll das ein ganz normales Schloss sein oder ein Zahlenschloss, oder ein Vorhängeschloss, …?
  • Und wo verwahrst du den Schlüssel?
  • Wie sieht der Tresor innen aus – einfach wie ein Schrank, oder mit Regalböden, oder unterteilt in Fächer, oder…? Eventuell mit Samt ausgeschlagen?
  • … und und und

Dinge in den Tresor packen

Bei allen Dingen, die du in den Tresor packen willst, ist es wichtig, dass sie irgendwie materiell werden. Bei “Kopfkino” und Co. muss man sich also kleine Umwege ausdenken, auf die ich weiter unten eingehe.

Außerdem ist wichtig, dass du den Tresor immer gefahrlos öffnen kannst, ohne direkt durch die darin befindlichen Dinge getriggert zu werden. Daher brauchst du eine neutrale Verpackung für die einzelnen Inhalte, die du beschriften kannst.

Bilder / Flashback

Einzelne Bilder oder Flashback-Szenen kannst du dir als ein Foto oder einen kurzen Videofilm vorstellen. Je nachdem, was du lieber magst, können Videos auf den guten alten Videokassetten gespeichert sein oder auf DVD, auch als 16mm-Film, oder *.avi-Datei, oder oder oder… – erlaubt ist, was immer du willst. Hauptsache, du kannst es dir gut vorstellen und im Kopf “greifbar machen”.

Fotos solltest du dir am besten so vorstellen, dass sie etwas unscharf sind oder schwarz-weiß… nicht allzu groß – und vielleicht auch schon mit Eselsohren oder Knicken? Denn du hast die Kontrolle über diese Bilder und kannst sie ruhig in der Mitte zusammenfalten, zerknüllen, oder was auch immer.

Damit dich die Fotos oder Video-Episoden beim späteren Öffnen des Tresors nicht “anspringen”, musst du sie jetzt noch verpacken. Dafür bieten sich DVD-Hüllen, diese Kartonschuber von Videokassetten, Schachteln oder Umschläge an, die du mit einem kurzen, neutralen Hinweis beschriften und dann weglegen kannst. Auch hier gilt: je genauer du dir das Wegpacken vorstellst, desto wirksamer ist es. In welcher Ecke des Tresors lagerst du diese Sachen beispielsweise?

Gerüche

Triggernde Gerüche kannst du dir als eine kleine Wolke vorstellen, wie man sie etwa aus Comics kennt. Dann kannst du sie beispielsweise in ein Glasfläschchen leiten, welches du anschließend gut verkorkst. Schon kann der Geruch nicht mehr herauskommen. Die Flasche könntest du nun zur Sicherheit noch in ein weiches Tuch wickeln, damit sie nicht zerbricht, und so in den Tresor legen.

Gedanken

Auch immer wiederkehrende Gedanken, mit denen kein bestimmtes Bild verbunden ist, kannst du in den Tresor packen.
Dazu stell dir einen Zettel vor, auf den du diese Gedanken in Stichworten kurz aufschreibst. Wie sieht dieser Zettel aus? Ist es einer von diesen bunten, quadratischen Notizzetteln? Oder ein schlichtes weißes Blatt Din A4-Papier? Oder…? Zusammengefaltet oder in einen Umschlag gesteckt kannst du so auch diesen Gedanken im Tresor verwahren. Da ist er gut verwahrt, bis es irgendwann an der Zeit ist, ihn zu bearbeiten – aber im Kopf muss er dir dann nicht mehr andauernd herumgeistern.

es gibt 1 Kommentar/e

Brigitta Henke
meinte dazu am 31. Oktober 2011 um 8:47:

Hallo, ich bin durch Zufall auf diese Seite gekommen, als ich was über den Diagnoseschlüssel nachlesen wollte, habe eine PTBS. Arbeite auch mit Imaginationsübungen. Das mit dem Tresor kenne ich auch, aber ich wußte nie wie ich Gerüche oder Gedanken darin deponieren soll, du hast mir mit deinen Vorschlägen echt weitergeholfen.
Brigitta

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